Warum sind Schiebetor-Laufwagen so wichtig?
Die Laufwagen (Fahrwerke) übertragen 100 % des Flügelgewichts auf Fundament und Schiene und sind verantwortlich für: • Sicherheit (Stabilität des Flügels, kein Entgleisen), • Effizienz (geringe Rollwiderstände, ruhiger Lauf, geringere Antriebsleistung), • Lebensdauer (gleichmäßige Abnutzung von Rollen/Schiene, Widerstandsfähigkeit gegen Witterung), • Komfort (geringe Geräusche, keine Vibrationen).
Selbst die beste Automatisierung kann falsch ausgewählte oder schief montierte Laufwagen nicht kompensieren.
Aufbau eines Fahrwerks – woraus besteht ein „guter Laufwagen“?
• Montageplatte (oft höhenverstellbar) – überträgt die Lasten auf das Fundament. • Laufwagengehäuse – aus verzinktem Stahl, Edelstahl oder pulverbeschichtetem Stahl. • Rollensätze – Stahlrollen, Stahl + Polyurethan, seltener Polyamid für leichte, sehr leise Anwendungen. • Lagerung – Kugellager, abgedichtet (2RS), teilweise mit zusätzlichem Staubschutz. • Schmierstellen – Schmiernippel oder wartungsarme Konstruktion (Werksfett, Labyrinthdichtungen).
Führungsarten und Schienentypen
C-Profil (selbsttragend / innenlaufend im Profil) • Laufwagen mit innenliegenden Rollen, das Tor benötigt keine Bodenschiene im Fahrbereich. • Vorteile: sauberer Durchfahrtsbereich, geringere Kollision mit Schnee/Schneefängern. • Herausforderungen: präzise Ausrichtung der Achsen, hohe Profilqualität, ausreichende Steifigkeit von Pfosten/Rahmen.
Untere V- oder Flachschiene (Fahrt auf der Schiene) • Laufwagen mit V- bzw. Flachrollen laufen auf einer im Boden verankerten Leiste. • Vorteile: einfache Konstruktion, hohe Tragfähigkeit. • Herausforderungen: empfindlich gegenüber Verschmutzung (Sand, Eis), erfordert Drainage und regelmäßige Reinigung der Fahrbahn.
Obere Führung (Führungsrollen am Pfosten) • Stabilisiert die Vertikale des Torflügels; trägt nicht die Hauptlast. • Ausführungen mit Gummi- oder PU-Rollen – leise und „schonend“ zum Profil.
Wie wählt man Laufwagen für ein Schiebetor aus? (praktisches Vorgehen)
Tragfähigkeit berechnen
Die Tragfähigkeit eines einzelnen Laufwagens sollte ≥ (Flügelgewicht × 0,6…0,7) mit Reserve sein, da meist der „Antriebswagen“ (näher am Schwerpunkt) stärker belastet wird. Zur Sicherheit gilt:
Tragfähigkeit des Sets (2 Laufwagen) ≥ 1,5 × Flügelgewicht
Beispiel: Schiebetor 350 kg → erforderliche Mindesttragfähigkeit des Sets 525 kg; wählen Sie ein Modul ≥ 600–700 kg.
Länge und Geometrie des Flügels
• Längere Flügel = höhere Biegemomente und Stoßbelastungen bei Wind. • Vergrößern Sie den Laufwagenabstand auf 25–35 % der lichten Durchfahrtsbreite, um Hebelwirkungen und Schwingungen zu reduzieren.
Art und Zustand des Untergrunds
• C-Profil (selbsttragend): massives Fundament, bewehrt, tragfähiger Boden. • Untere Schiene: zwingend Gefälle/Drainage und Entwässerungsschlitze; vermeiden Sie „Taschen“ für Schlamm und Eis.
Betriebsumgebung
• Streusalz, Chemikalien, Küstennähe: Edelstahl/Duplex oder Verzinkung + Beschichtung. • Frost/Schnee: großer Rollendurchmesser, geschützte Lager, optional PU-Laufflächen (bessere Dämpfung).
Akustik und Komfort
• Stahlrollen: maximale Steifigkeit und Tragfähigkeit, aber höhere Geräuschentwicklung. • Rollen mit Polyurethan-Lauffläche (PU): leiser, schonender für Profil/Schiene, sehr hohe Verschleißfestigkeit. • Polyamidrollen (PA): sehr leise und leichtgängig, ideal für leichte Tore (z. B. Wohnanlagen, Gärten), weniger unempfindlich gegen scharfe Kanten und Stöße.
Antriebstechnik
Leichtes Rollen (Rollen und Lager mit geringen Widerständen) = geringerer Energiebedarf, längere Lebensdauer von Antrieb und Getriebe.
Rollenmaterialien – was wählen?
Montage von Schiebetor-Laufwagen – Checkliste für Monteure
Fundament • Ausreichende Tiefe unterhalb der Frostgrenze, Bewehrung, chemische Anker oder Einbauplatte im Fundament. • Kabelkanal für den Antrieb einplanen.
Ausrichten und Nivellieren • Laufwagenabstand gemäß Planung (in der Regel 25–35 % der lichten Öffnung). • Laser/Nivelliergerät zur Ausrichtung in der Fahrspur. • Mindestabstand zwischen Profilboden und Laufwagen/Fahrbahn einhalten (typischerweise 3–8 mm).
Obere Führung • Minimalen Anpressdruck einstellen – sie soll führen, nicht klemmen. Gummi- bzw. PU-Rollen reduzieren Geräusche.
Endanschläge und Fangeinrichtungen • Endanschlag am Profil und Fangtasche/Fangeinrichtung am Schließpfosten. • Zusätzliche untere/obere Fangeinrichtungen bei schweren Toren.
Schmierung und Korrosionsschutz • 2RS-Lager sind in der Regel wartungsarm; bei Schmiernippeln ganzjahrestaugliches Fett verwenden. • Schnittkanten mit Zinkspray/Farbe schützen.
Dynamische Tests • Manuelles Bewegen: Widerstand und Geräuschentwicklung über den gesamten Hub prüfen. • Mit Antrieb: Kraft, Geschwindigkeit und Softstart/Softstop einstellen, Lichtschranken und Sicherheitskontaktleisten programmieren.
Die häufigsten Fehler und ihre Folgen
• Zu geringe Tragfähigkeit der Laufwagen → beschleunigter Lagerverschleiß, „Absacken“ des Flügels, Entgleisungsgefahr. • Zu kleiner Laufwagenabstand → Flügelschwingungen bei Wind, Ausbrüche am Profil. • Schiefes Fundament / fehlende Ausrichtung → höhere Rollwiderstände, lauter Lauf, Überlastung des Antriebs. • Fehlende Drainage der Fahrbahn (Unterschienensystem) → Blockaden durch Eis und Sand. • Falsch eingestellte obere Führung → Lackabrieb, Klemmen, „Quietschen“.
Lebensdauer von Schiebetor-Laufwagen – was ist entscheidend?
Qualität der Lager (Markenlager 2RS, passende Toleranzen).
Rollenmaterial abgestimmt auf Gewicht und Umgebung.
Steifigkeit des Profils und korrekter Laufwagenabstand.
Korrosionsschutz (Feuerverzinkung, Pulverbeschichtung, Edelstahl).
Service: Reinigung von Fahrbahn/Profil, Kontrolle der Verschraubungen 1–2× pro Jahr.
Service und Betrieb – kurze Hinweise für Anwender
• Vierteljährliche Reinigung der Schiene/des Profils von Sand und Laub. • Halbjährliche Inspektion: Lagerspiel, Flügel in Lot/Wasser, Befestigung von Fangeinrichtungen und Anschlägen. • Nach starken Frostperioden – Funktionskontrolle, Eis in kritischen Bereichen entfernen. • Bei Systemen mit PU/PA – keine aggressiven Chemikalien oder Lösungsmittel verwenden.
FAQ – schnelle Antworten
Welche Rollen sollte man für ein Schiebetor wählen? Für schwere Tore – Stahlrollen oder Stahl + PU; für leichte und besonders leise Tore – PU/PA sind zulässig, aber mit ausreichender Tragfähigkeitsreserve.
Sind Polyurethanrollen langlebiger? Im Wohn- und Dienstleistungsbereich häufig ja – PU hat eine hervorragende Verschleißfestigkeit und ist leiser als Stahl auf Stahl.
Was ist wichtiger: Masse oder Länge des Tores? Beides. Die Länge erzeugt Momente und beeinflusst den Laufwagenabstand; die Masse bestimmt die erforderliche Tragfähigkeit.
Wann C-Profil, wann Unterschiene? C-Profil – wenn Sie einen sauberen Durchfahrtsbereich und hohe Ästhetik wünschen; Unterschiene – wenn Einfachheit und sehr hohe Tragfähigkeit im Vordergrund stehen.
Zusammenfassung: das „sichere und leicht laufende“ Schiebetor in 5 Schritten
Tragfähigkeitsreserve mindestens ×1,5 gegenüber dem Flügelgewicht.
Laufwagenabstand 25–35 % der lichten Öffnung, Profil auf Flügellänge und Windlast abgestimmt.
Rollenmaterial: Stahl/PU für schwere Tore, PU/PA für leichte und leise Tore.
Montage auf ebenem Fundament, sorgfältige Ausrichtung, obere Führung mit minimalem Anpressdruck.
Service: Reinigung, regelmäßige Inspektionen, Korrosionsschutz.
Wenn Sie mir das Gewicht und die Länge des Tores, die Art der Führung (C-Profil oder Unterschiene), die Umgebungsbedingungen (Frost/Salz) sowie Ihre Geräuschanforderungen nennen, erstelle ich eine konkrete Empfehlung für Laufwagen, Rollen und Profil – inklusive Teileliste und Montagetipps für Ihren konkreten Anwendungsfall.
Wir arbeiten ständig an der Verbesserung unserer Website und verwenden zu diesem Zweck Cookies. Für eine optimale Benutzererfahrung empfehlen wir Ihnen, diese zu akzeptieren. Andernfalls werden Teile der Website in Übereinstimmung mit den Datenschutzbestimmungen abgeschaltet.