Polyamid (PA, z. B. PA6/PA6G/PA12)
Polypropylen (PP)
Mechanische Festigkeit: geringer als bei PA; geeignet für mittlere Belastungen.
Tragfähigkeit: niedriger als PA bei gleicher Größe.
Arbeitstemperatur: ca. -10 … +60/70 °C; bei Kälte spröder als PA.
Feuchtigkeit: nahezu keine Wasseraufnahme → dimensionsstabil in feuchter Umgebung.
Chemikalien: sehr gute Beständigkeit gegen Säuren, Laugen und Salze; weniger beständig gegen aromatische Kohlenwasserstoffe/Oxidationsmittel.
Kosten: meist günstiger als PA; gute Budgetlösung.
Geräusch/Böden: ebenfalls hart, aber etwas „sanfter“ als PA; dennoch härter als Elastomere.
Hinweis: Die tatsächlichen Eigenschaften hängen von der Materialrezeptur, der Gussqualität, der Radkonstruktion (Wandstärke, Nabe), der Lagerart und eventueller Laufflächen ab.
Gesamtlast und Lastverteilung: Berechnen Sie die reale Radbelastung.
Faustformel: Tragfähigkeit pro Rad ≥ (Ladung + Wagengewicht) / Anzahl Räder × Sicherheitsfaktor (1,2–1,5).
Beispiel: 500 kg Ladung + 100 kg Wagen, 4 Räder → 600/4 = 150 kg. Mit 1,3 Sicherheitsfaktor → ≥ 195 kg/Rad.
Bodenbeschaffenheit: Pflaster, Fugen, Schwellen und Unebenheiten erzeugen Stöße:
PA verkraftet hohe Punktbelastungen und Abrieb besser.
PP ist leichter, ermüdet aber schneller bei harten Stößen.
Geschwindigkeit und Zyklus: Je schneller und häufiger, desto wichtiger sind:
Lagerqualität (Kugel-/Rollenlager, Abdichtung),
Rundlauf und Koaxialität,
Kühlung (bei Hitze verlieren beide Materialien Steifigkeit).
Chemische Umgebung und Feuchtigkeit:
Säuren/Laugen → Vorteil PP.
Öle/Kohlenwasserstoffe → Vorteil PA (je nach Medium).
Dauerhafte Feuchte → PP bleibt formstabil; PA kann leicht aufquellen.
Geräusch und Böden:
Harte Räder (PA/PP) = niedriger Rollwiderstand, aber mehr Lärm und Risiko von Bodenbeschädigung.
Für empfindliche Böden → Polyurethan-Lauffläche auf PA-/PP-Kern.
Polyamidräder (PA):
Wagen mit hoher Dauerbelastung (Lager, Produktion).
Linien, wo präziser Lauf und geringer Widerstand wichtig sind.
Umgebungen mit Ölen/Fetten und moderater Temperatur.
Anwendungen mit starkem Abrieb (häufige Richtungswechsel unter Last).
Polypropylenräder (PP):
Wagen mit mittleren Lasten und intermittierendem Betrieb.
Feuchte und stark chemische Umgebungen (Waschanlagen, Lebensmittelverarbeitung, Labore).
Budgetlösungen, bei denen Kosten entscheidend sind.
Interner Transport auf glatten Böden ohne Stöße.
Tragfähigkeit berechnen (Formel oben) und Sicherheitszuschlag einplanen.
Boden und Hindernisse prüfen – harte Böden/schwere Last → PA; glatte Böden/leichte Last → PP.
Chemie & Feuchtigkeit: Säuren/Laugen → PP; Öle → oft PA.
Arbeitstemperatur: nahe 0 °C oder darunter → PA meist sicherer.
Geräusch/Bodenempfindlichkeit: PU-Lauffläche auf PA-/PP-Kern in Betracht ziehen.
Lagerung: für Dauerbetrieb Kugellager; für gelegentliche Nutzung Gleit-/Rollenlager.
Raddurchmesser: größerer Durchmesser = leichteres Überfahren von Hindernissen, geringere Punktlasten.
Reinigung/Wartung: häufige Reinigung/Chemikalien → PP; Schmierumgebung → PA.
Lagerwagen 800 kg, Betonboden, Dauerbetrieb → Polyamidräder mit Kugellagern, Ø 125–160 mm.
Waschwagen, Kontakt mit Laugen, 300 kg → Polypropylenräder, ggf. größerer Durchmesser für Komfort.
Intralogistik, Harzboden, geringe Geräusche erwünscht → PA-/PP-Kern + PU-Lauffläche.
Kühlhaus ca. -15 °C → vorzugsweise PA; PP kann spröde werden (Materialdatenblatt prüfen).
Tragfähigkeit „auf Kante“ berechnet (ohne Reserve für Stöße).
Chemische Umgebung/Feuchtigkeit ignoriert.
Zu kleiner Durchmesser für Schwellen oder Fugen.
Harte Räder auf empfindlichen Böden – Kratz- und Geräuschrisiko.
Falsche Lagerwahl für Geschwindigkeit oder Umgebung (fehlende Abdichtung).
Sind Polyamidräder langlebiger als Polypropylenräder? Ja – bei höheren Belastungen, Abrieb und intensiver Nutzung sind PA-Räder meist haltbarer.
Sind Polypropylenräder chemikalienbeständiger? Ja – PP ist hervorragend beständig gegen Säuren, Laugen und viele Salze. Ideal für stark korrosive Umgebungen.
Welche Räder sind leiser? Beide sind hart und daher eher laut. Für leiseren Lauf → Räder mit Polyurethan- oder Elastomerlauffläche.
Quillt Polyamid im Wasser? Ja, PA nimmt Feuchtigkeit auf, was Maße und Härte leicht verändern kann. In vielen Anwendungen unkritisch, aber zu beachten.
Wie wählt man den Durchmesser? Je größer der Durchmesser, desto leichter das Überfahren von Hindernissen und desto geringer der Rollwiderstand. Für unebene Böden ab Ø 125 mm aufwärts empfohlen (je nach Last und Konstruktion).
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